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Energetische Sanierung

Eine energetische Sanierung kann im Prinzip überall dort ansetzen, wo Energie verbraucht wird. Wichtig ist, dass die Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind. Hierzu empfiehlt es sich, einen Energieberater hinzuzuziehen, denn dieser hat einen geschulten Blick für Energieeinsparpotenziale. Daneben ist die Hilfe eines Energieberaters Voraussetzung für viele Förderprogramme.

Carmen Giesing

Carmen Giesing

Lesedauer 4 Minuten

Energetische Sanierung: Heizkosten dauerhaft senken

Fossile Brennstoffe werden knapper - und damit auch immer teurer. Wer sei Eigenheim auf konventionelle Art heizt, merkt den Preisanstieg seit Jahren und wird sich dabei auch schon Gedanken um Alternativen gemacht haben, denn eine Trendumkehr ist nicht zu erwarten. Neben dem Heizungsaustausch bzw. einer Heizungsmodernisierung kann auch eine energetische Sanierung angestrebt werden, deren Ziel darin liegt, den Energiebedarf eines Hauses nachhaltig zu senken. Der Begriff umfasst also mehrere mögliche Maßnahmen, die wir Ihnen im Folgenden erläutern.

Welche Maßnahmen sind Teil einer energetischen Sanierung?

Eine energetische Sanierung kann im Prinzip überall dort ansetzen, wo Energie verbraucht wird. Wichtig ist, dass die Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind. Hierzu empfiehlt es sich, einen Energieberater hinzuzuziehen, denn dieser hat einen geschulten Blick für Energieeinsparpotenziale. Daneben ist die Hilfe einesEnergieberaters Voraussetzung für viele Förderprogramme. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten bzw. am häufigsten durchgeführten Maßnahmen:

  • Heizungsaustausch: Die Effekte eines Austauschs oder einer Modernisierung der Heizanlage sind vor allem vom gewählten Brennstoff abhängig. Stammt dieser aus nachwachsenden Rohstoffen (z. B. Hackschnitzel oder Holzpellets), ist zum einen der Umwelt geholfen und zum anderen lassen sich so die steten Preissteigerungen bei den fossilen Brennstoffen umgehen. Der Nachteil liegt in den vergleichsweise hohen Investitionskosten. Mit Öl- und Gasbrennwertkesseln gibt es aber auch preiswertere Alternativen, mit deren Hilfe sich zumindest die Effizienz beträchtlich steigern lässt.

  • Fassadendämmung: Die Fassadendämmung zählt zu den eher kostenintensiven Maßnahmen, realisiert in vielen Fällen aber ein hohes Einsparpotenzial. Auch eine neue Heizung kann hohe Kosten verursachen, wenn die Wärme zu schnell durch die Wände verloren geht. Im Schnitt lassen sich durch eine Fassadendämmung jährlich zwischen 15 % und 20 % Heizkosten einsparen.

  • Fenster tauschen: Fenster, Türen und Rollladenkästen gelten als Schwachstellen in der Gebäudedämmung und sollten daher bevorzugtes Ziel für eine energetische Sanierung sein. Sind beispielsweise nur Fenster mit einfacher Verglasung verbaut, was in Altbauten häufig vorzufinden ist, empfiehlt sich der Austausch gegen doppelt verglaste Fenster. Ist die Fassade bereits gedämmt, ist sogar eine Dreifachverglasung sinnvoll. Die jährlichen Einsparungen liegen auch hier wieder bei bis zu 20 %.

  • Solarthermie-Anlage: Mit Hilfe einer Solarthermie-Anlage lässt sich die Wärmestrahlung der Sonne direkt nutzen, indem sie vom Dach direkt dem Heizkreislauf zugeführt wird. Für mehr Effizienz empfiehlt sich hier die Investition in einen Pufferspeicher, die bei manchen Förderprogrammen sogar schon Voraussetzung ist.

  • Dachdämmung: Auch über das Dach geht viel Wärme verloren, weswegen sich eine entsprechende Dämmung empfiehlt. Das Einsparpotenzial liegt mit 15-20 % ebenso hoch wie bei der Fassadendämmung.

Neben der meist signifikanten Senkung der Heizkosten bietet die energetische Sanierung noch weitere Vorteile. Der wichtigste liegt zweifelsohne im Klima- bzw. Umweltschutz, denn weniger Heizen bedeutet weniger CO2-Emissionen. Darüber hinaus steigt der Wert der Immobilie dauerhaft, das Wohnklima verbessert sich und es stehen Fördermittel vom Staat zur Verfügung, mit deren Hilfe sich die hohen Investitionskosten besser stemmen lassen.

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Welche Kosten entstehen bei einer energetischen Sanierung?

Die Kosten sind abhängig von Art und Umfang der durchzuführenden Maßnahmen, weswegen hier nur Näherungswerte herangezogen werden können. Der Einbau einer neuen Heizung kann beispielsweise zwischen 6.000 EUR und 9.000 EUR liegen, wenn eine alte Ölheizung gegen eine moderne Gasbrennwertheizung ausgetauscht wird. Für eine Pelletheizung, die ein Mehrfamilienhaus beheizen soll, können schon Summen oberhalb der 10.000 EUR veranschlagt werden. Relativ günstig ist dagegen der Austausch von Fenstern zu realisieren. Je nachdem, wie groß diese sind und ob eine Doppel- oder Dreifachverglasung angestrebt wird, sind hier zwischen 500 EUR und 1.000 EUR zu veranschlagen. Deutlich teurer wird es bei der Fassadendämmung. Hier bewegen sich die Investitionskosten zwischen 6.000 EUR und 20.000 EUR, je nach Größe des zu dämmenden Hauses. Im gleichen Spektrum bewegen sich auch die Kosten für die Dämmung des Daches.

Wann ist die energetische Sanierung Pflicht?

Eine Pflicht zur energetischen Sanierung leitet sich beispielsweise aus dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EWärmeG) ab. Dieses Gesetz sieht eine Nutzungspflicht für erneuerbare Energien und die Umsetzung entsprechender Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen vor. Es betrifft dabei vor allem Neubauten ab einer Grundfläche von 50 m². Bauherren sind dazu verpflichtet, den Energiebedarf je nach verwendeter Energieart in unterschiedlichem Maße durch erneuerbare Energien zu decken. Insofern zielt das EWärmeG vor allem auf die Heizung ab. Wird beispielsweise eine Biomasse-Heizung verwendet, muss deren Anteil am Gesamtverbrauch laut Gesetz bei mindestens 50 % liegen, sofern flüssige oder feste Biomasse zum Einsatz kommt. Wird die Wärme durch Biogas erzeugt, genügt bereits ein Anteil von mindestens 30 % am Gesamtenergieverbrauch.

Welche Kosten werden vom BAFA übernommen?

Eine energetische Sanierung will finanziert werden. Der Staat bietet zu diesem Zweck mehrere Fördermöglichkeiten, die bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen wie beispielsweise das Erreichen eines Effizienzhausstandards Immobilienbesitzern und Bauherren zur Verfügung gestellt werden. Gerade bei der kostenintensiven Heizungssanierung ist oftmals jede finanzielle Unterstützung willkommen. Hier wenden sich Interessenten am besten gleich an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).So fördert das BAFA z. B. Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, was die Dämmung von Fenstern, Türen und Fassaden umfasst, mit 20 % der förderfähigen Kosten. Sofern ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt, werden 5 % mehr übernommen. Auf diesem Wege können Bauherren maximal 60.000 EUR vom Staat bekommen.

Deutlich höhere Zuschüsse gibt es vom BAFA bei derHeizungssanierung. Sofern es sich bei der neuen Heizung um eine auf erneuerbaren Energien basierende Technologie handelt, werden vom BAFA zwischen 35 % und 55 % der Kosten übernommen. Genauso viel wird auch gefördert, wenn es sich bei der Einzelmaßnahme um die Installation einer Solarthermie- oder Gas-Hybridheizung handelt.

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