Erfüllungsoptionen des EWärmeG 2015 in Baden-Württemberg

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes Baden-Württemberg, kurz EWärmeG, verpflichtet Eigentümer/innen von Immobilien, erneuerbare Energien einzusetzen – zumindest im Rahmen des Austauschs ihrer Heizung. Seit dem 1. Juli 2015 gilt eine novellierte Version des Gesetzes, weshalb es in aktueller Form auch oft „EWärmeG 2015“ genannt wird. In diesem Ratgeber haben wir Ihnen die Erfüllungsoptionen für Wohngebäude und die Erfüllungsoptionen für Nichtwohngebäude zusammengefasst. So wissen Sie direkt, in welchem Rahmen Sie eine energetische Sanierung für Ihre Immobilie planen können bzw. müssen. Wir von Energy Building helfen Ihnen als kompetente Energieberater gern weiter. 

EWärmeG 2015 Erfüllungsoptionen für Wohngebäude 

Seit dem 1. Januar 2010 verpflichtet das Erneuerbare-Wärme-Gesetz die Eigentümer/innen von Wohngebäuden im Bundesland Baden-Württemberg, auf erneuerbare Energien zu setzen, wenn die Heizungsanlage ausgetauscht werden soll. Ziel ist dabei, fossile Brennstoffe wie Öl und Gas weitestgehend gegen Holzpellets, Solarthermie, Wärmepumpe und Co. auszutauschen. Der Geltungsbereich erstreckt sich auf Bestandsimmobilien und Altbauten, die vor dem 1. Januar 2009 gebaut wurden und bei denen ab dem 1. Juli 2015 die Heizung ausgetauscht wird. Die Nutzung von erneuerbaren Energien in diesem Bereich soll der Reduzierung von Treibhausgasemissionen dienen. 

EWärmeG

Quelle: Unsplash

Das EWärmeG in BW ist Technologie-offen. Eigentümer/innen können also aus verschiedenen Technologien und Anbietern wählen, um die Heizungsanlage in Ihrem Haus zu modernisieren. Zudem muss nicht nur eine Heizanlage zum Einsatz kommen; denkbar sind auch kombinierte Anlagen und Hybridmodelle. Zum Beispiel ist eine mit Biogas oder Bio-Öl betriebene Heizung, die in Kombination mit einer Wärmepumpe oder einer Solarthermie agiert, wesentlich umweltfreundlicher als eine Heizungsanlage, die ausschließlich auf Heizöl aus fossilen Quellen setzt. Möglich sind stattdessen oder ergänzend auch Ersatzmaßnahmen wie eine verbesserte Dämmung oder eine Fotovoltaikanlage, mit welcher der Energiebedarf gesenkt werden kann. 

Zur Erfüllung des EWärmeG angerechnet werden die einzelnen Maßnahmen anteilig, und zwar abhängig vom Wärmeenergiebedarf oder dem Erfüllungsgrad. Geht es dabei um ein Wohngebäude, also um eine Immobilie mit über 50 Prozent Raumnutzung fürs Wohnen, können auch bestehende Komponenten angerechnet werden. So kann eine bereits installierte Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung in Kombination mit einer sehr guten Wärmedämmung bereits ausreichen, damit Ihre Immobilie den Anforderungen und Kennzahlen des Gesetzes gerecht wird. 

Die EWärmeG-Erfüllungsoptionen für Wohngebäude lauten also:  

  • Nutzung erneuerbarer Energien für Heizung und Warmwasserbereitung  
  • Baulicher Wärmeschutz (Dämmung) für Außenwände, Fassade und Dach bzw. gesamte Gebäudehülle  
  • Ersatzmaßnahmen wie Fotovoltaik zur Stromerzeugung, Anschluss ans Wärmenetz (Fernwärme) oder Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) 

Weitere Informationen, ein Merkblatt und mehr finden Sie hier: Zuständiges Ministerium 

EWärmeG 2015 Erfüllungsoptionen für Nichtwohngebäude 

Auch hier gilt das Erneuerbare-Wärme-Gesetz. Das Landesgesetz für das Bundesland Baden-Württemberg beinhaltet seit der am 1. Juli 2015 in Kraft getretenen Novellierung auch Regelungen für Nichtwohngebäude. Dabei steht der Fokus ebenfalls auf Immobilien, die vor dem 1. Januar 2009 erbaut wurden und bei denen seit dem 1. Juli 2015 ein Austausch der Heizungsanlage erfolgen soll. Im Folgenden finden Sie Details dazu sowie die Erfüllungsoptionen, mit denen Sie als Eigentümer/in eines Nichtwohngebäudes dem Gesetz nachkommen. 

Zu den Nichtwohngebäuden zählen laut dem Gesetz alle Immobilien, die nicht vorrangig zum Wohnen gedacht sind. Als Beispiele sind Ladengeschäfte, Gebäude für Verwaltungen, Bürogebäude, Schulen, Kitas und Kindergärten sowie auch Kirchen, auf unter 12 °C beheizte Gebäude und nicht zuletzt Lager-, Montage- und Produktionshallen zu nennen. Wie schon im Abschnitt zu Wohngebäuden angemerkt, ist bei Häusern, die auch zum Wohnen genutzt werden, der prozentuale Anteil für die Zuweisung wichtig. Überwiegt flächenanteilig der Nichtwohnbereich, gilt es als Nichtwohngebäude. 

Auch für Gebäude, die nicht (vorrangig) zum Wohnen genutzt werden, ist das EWärmeG in BW Technologie-offen. So können Sie sich für die von Ihnen bevorzugte Heizungsart entscheiden, falls es sich nicht gerade um Anlagen mit Heizöl- oder Gas-Betrieb geht. Lediglich Anlagen mit Biogas oder Bio-Öl sind in dieser Hinsicht als Erfüllungsoption des EWärmeG vorgesehen. Im Hinblick auf erneuerbare Energien und deren Nutzung empfehlen sich aber natürlich auch eine Solarthermie, eine Wärmepumpe, eine Pellet-Heizung oder ähnliches. Auch kombinierte Anlagen und Hybride sind möglich. 

Im Grunde gelten also für beide Gebäudearten die gleichen Anforderungen nach Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes Baden-Württemberg. So ist es auch hier möglich, Ersatzmaßnahmen und bestehende Komponenten des Hauses anzurechnen. Der unteren Baurechtsbehörde ist dann nach dem Austausch der Heizungsanlage bzw. nach der Anrechnung anderer Elemente aufzuzeigen, dass das EWärmeG erfüllt wurde. 

Zusammengefasst sind die EWärmeG-Erfüllungsoptionen für Nichtwohngebäude:  

  • Nutzung erneuerbarer Energien für Heizung und Warmwasserbereitung (bspw. Biogas und Bio-Öl, Holzzentralheizung, Solarthermie oder Wärmepumpe) 
  • Baulicher Wärmeschutz (Dämmung) für Außenwände, Fassade und Dach bzw. 15- prozentige Senkung des Wärmeenergiebedarfs  
  • Ersatzmaßnahmen wie Fotovoltaik zur Stromerzeugung, Anschluss ans Wärmenetz (Fernwärme), Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) oder Wärmerückgewinnung aus Lüftung / Abwärme 

Weitere Informationen, ein Merkblatt und mehr finden Sie hier: Zuständiges Ministerium

Menü